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Was ist die OSZE ?

Was ist die OSZE ?

Quelle: Eine Darstellung von Botschafter Hervé Ladsous, Ständiger Vertreter Frankreichs bei der OSZE in Wien in La Lettre de l'Ambassade de France (6. Juli 1998).

Was ist die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa ?

Als Nachfolgerin der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa wurde die OSZE im Dezember 1994 ins Leben gerufen.

Auf der Grundlage der KSZE - Schlußakte von Helsinki (1975) und der Charta von Paris (1990) hat sie sich zum Ziel gesetzt, die Sicherheit und die Stabilität in ihrer gesamten Region zu stärken. Die Organisation hat ihren Sitz in Wien und zählt sie 54 Mitgliedstaaten.

Das Konzept der globalen Sicherheit, auf dem die OSZE beruht, umfaßt alle Sicherheitsaspekte:

- im politisch-militärischen Bereich: durch die Definition von militärischen Vertrauensmassnahmen und die Überwachung der genauen Einhaltung der in diesem Rahmen getroffenen Verpflichtungen. Diese Themen werden in einem spezifischen Gremium behandelt, nämlich im Forum für Sicherheitskooperation.

- im Bereich der Menschenrechte: durch die Überwachung der Verpflichtungen, die in bezug auf die Menschenrechte, den demokratischen Aufbau und den Rechtstaat eingegangen worden sind. Das in Warschau errichtete Internationale Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte ist speziell damit beauftragt. In diesem Jahr wurde die Stelle eines Beauftragten für Medienfreiheit mit Sitz in Wien geschaffen. Seine Aufgabe ist es, etwaige Verletzungen der Meinungsfreiheit in der OSZE-Region zu prüfen und gegebenenfalls den Regierungsstellen die entsprechenden Empfehlungen zu unterbreiten.

Als regionale Organisation im Sinne des Kapitels VIII der Charta der Vereinten Nationen spielt die OSZE eine wichtige Rolle in der Verhütung und Behandlung regionaler Krisen, die infolge der Auflösung des Sowjet-Union Reiches sowie des jugoslawischen Staates vielfach aufgetreten sind.

In diesem Bereich gibt sie den Staaten, die es wünschen, diplomatische Hilfestellung.

Ein Schwerpunkt dabei ist die Einrichtung von Missionen, die im Rahmen eines spezifischen Auftrages in Sachen Menschenrechte und Beziehungen zu nationalen Minderheiten aktiv sind.

Solche Missionen sind zur Zeit in 13 Ländern vorhanden. Mit Sitz in Den Haag Hohe Kommissar für nationale Minderheiten hat die Aufgabe, Regierungen im Umgang mit Fragen nationalen Minderheiten durch Beratung und Empfehlungen zu unterstützen.

Auf dem politisch-militärischen Gebiet gilt der Vertrag über konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) als ein Schlüsselelement der europäischen Sicherheitsarchitektur. Dieser im Jahre 1992 in Kraft getretene Vertrag hat sein Ziel, nämlich das Niveau der konventionellen Rüstung um 40% zu verringern erreicht. Zur Zeit wird über einen neuen Vertragstext verhandelt, der der durch den Wegfall der beiden Blocks sowie durch die NATO-Erweiterung neu entstandenen Situation bezüglich des strategischen konventionellen Gleichgewichtes Rechnung tragen soll.

Die grossen Ziele der OSZE werden bei einem in der Regel alle zwei Jahre stattfindenden Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs (der nächste findet im zweiten Halbjahr 1998 statt) sowie während des jährlichen Aussenministertreffens (Dezember 1998 in Oslo) festgelegt. Der Ständige Rat, ein in Wien wöchentlich tagendes und aus Botschaftern bestehendes reguläres Gremium, erörtert alle aktuellen Themen und faßt die für die Organisation relevanten Beschlüsse.

Der Amtierende Vorsitzende der OSZE ist für ein Jahr der Außenminister des Landes, das sich beworben hat und auf dem vorigen Gipfel bestätigt wurde. Entsprechend der auf Konsens und Flexibilität beruhenden Arbeitsweise der OSZE hat der Amtierende Vorsitzende hohe Entscheidungsbefugnisse. Den Vorsitz führt zur Zeit Polen, nach Dänemark im Jahr 1997 und vor Norwegen im nächsten Jahr.

 

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