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74. Deutsch-französische Konsultationen

 

74. Deutsch-französische Konsultationen

Gemeinsame Pressekonferenz von franz. Staatspräsident Jacques Chirac, franz. Premier Minister Lionel Jospin und Bundeskanzler Gerhard Schröder - Paris, den 30.11.1999 - (Auszüge)

Chirac: Ich möchte natürlich zuerst unserer Freude Ausdruck verleihen, dass wir unsere Gäste - den Bundeskanzler, die Minister, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - heute hier zu diesem deutsch-französischen Treffen empfangen können, zu einem Arbeitsvormittag, der interessant und positiv war, wie gewöhnlich zwischen uns, im Rahmen eines Tages, der noch einen Höhepunkt bringen wird, nämlich die Rede des Bundeskanzlers vor der Nationalversammlung. Es ist das erste Mal, dass ein deutscher Bundeskanzler vor dem französischen Parlament spricht, und das ist ein Ereignis, für das die Parlamentarier äußerst empfänglich sind, und zweifellos auch die französische Öffentlichkeit.

Seit den letzten Konsultationen, in Toulouse, haben sich die Dinge zwischen uns normal entwickelt. Es gab die Fusion von DASA und Aérospatiale Matra, die ein wichtiges Element unserer industriellen Zusammenarbeit war. Es gab viele Kontakte, ständig mehr Kontakte auf allen Ebenen, zivile und militärische, vor allem zwischen den Ministern. Der Premierminister und der Bundeskanzler haben sich getroffen, ich selbst habe erst vor wenigen Tagen einen Abend mit dem Bundeskanzler in Berlin verbracht, der übrigens sehr angenehm war. Ich will damit nur auf die Intensität der Kontakte hinweisen, die es erlauben, ständig alle Probleme zu verfolgen, denen wir uns gegenübersehen, und dies in einem angenehmen und freundschaftlichen, also positiven Klima.

Wir haben auch an den großen internationalen Problemen intensiv gearbeitet, vor allem unsere Außenminister; und bei den großen internationalen Problemen denke ich besonders an den Balkan oder an unsere gemeinsame Reaktion im Hinblick auf Tschetschenien, die übrigens heute in einem sehr entschlossenen Kommuniqué Ausdruck findet. In all diesen Punkten sind unsere Ansätze oder Reaktionen ganz und gar identisch.

Viele Veranstaltungen, auch auf der Ebene unserer Zivilgesellschaften, das erfolgreiche Forum in Metz, bei dem Unternehmen, Universitäten und Studierende versammelt waren, das erfolgreiche Kolloquium in Paris über die europäische Informationsgesellschaft, der Wille, im Bereich dieser Kontakte, die die Zivilgesellschaft betreffen, noch weiter zu gehen. Ein wichtiges bilaterales Thema, das auch angeschnitten wurde und Gegenstand einer Erklärung ist, ist die Berufsausbildung. Wir sind überzeugt, dass es ein deutsch-französisches Modell gibt, das auch für Europa zum Modell werden kann, in diesem Bereich, der für die Zukunft der Jugend und auch der Beschäftigung so wichtig ist. Wir haben auch über einige bilaterale Probleme gesprochen, vor allem über eine bessere Zusammenarbeit im Hinblick auf unsere diplomatischen und konsularischen Netze.

Schließlich haben wir als ein Thema für die nächsten Konsultationen, die im Frühling in Mainz stattfinden sollen, die Annäherung der Sozialpartner, Arbeitnehmer und Gewerkschaften und übrigens auch der deutschen und französischen Industrie- und Handelskammern ovrgesehen, damit sie stärker in die Ausarbeitung unserer gemeinsamen Politiken einbezogen werden.

Wir haben ausführlich über das wichtige Problem der europäischen Verteidigung gesprochen. Ich erinnere daran, dass Frankreich und Deutschland am Beginn des europäischen Verteidigungsprojekts stehen. Sie haben die Idee entwickelt, sie haben als erste einen konkreten Beitrag geleistet. Es geht in unserem Sinne immer noch darum, der Europäischen Union die Mittel zu geben, damit sie auf der internationalen Bühne voll und ganz bestehen kann. In etwa zehn Tagen soll beim Europäischen Rat in Helsinki ein wesentlicher Schritt im Prozess der Ausarbeitung dieser gemeinsamen Verteidigung getan werden. Es wird konkrete Maßnahmen geben, wie zum Beispiel wahrscheinlich die Entscheidung - ich sage wahrscheinlich, weil die Entscheidung noch nicht gefallen ist -, die Entscheidung, dem Eurokorps das Kommando über die KFOR im Kosovo zu übertragen. Das wäre ein wichtiger Schritt in diesem Prozess. Zum ersten Mal würden die Europäer die Führung für eine große friedenserhaltende Maßnahme für die europäische Stabilität übernehmen, und es wäre übrigens das Ergebnis einer deutsch-französischen Inititative, wenn Sie sich erinnern, die wir gemeinsam in Toulouse ergriffen haben. Ebenso die Tatsache, das andere konkrete deutsch-französische Beiträge in der Erklärung erwähnt werden, die Fortsetzung der Annäherung unserer Rüstungsunternehmen, die Schaffung eines europäischen Lufttransportkommandos, dazu wäre es übrigens wünschenswert, unter Bedingungen, die noch zu klären sind, ein gemeinsames europäisches Transportflugzeug zu entwickeln. Das ist der Beitrag gemeinsamer europäischer Fähigkeiten in Sachen Aufklärung.

Dieser Wille sollte es uns in Helsinki ermöglichen, substanzielle Fortschritte in zwei Richtungen zu erzielen: zum einen sollten die Ziele der militärischen Fähigkeit für die Europäische Union festgesetzt werden, und zum anderen sollten notwendige militärische Strukturen innerhalb der Europäischen Union geschaffen werden.

Dann haben wir natürlich auch über die Probleme gesprochen, die in Helsinki zur Erweiterung und zur Reform der Institutionen aufgegriffen werden sollen. Ich werde diesen Punkt nicht weiter ausführen, denn in diesen beiden Bereichen sind unsere Positionen völlig identisch, und wir werden in Helsinki, wie generell, wenn es um wichtige Dinge geht, über diese Bereiche mit einer Stimme sprechen.

Soviel zu unseren Gesprächen von heute morgen.

Jospin: Herr Staatspräsident, Sie haben auf die symbolische und politische Bedeutung der Rede von Bundeskanzer Schröder in der französischen Nationalversammlung hingewiesen, die er auf Einladung von Parlamentspräsident Fabius dort halten wird, und ich freue mich sehr darauf, ihm heute Nachmittag von der Regierungsbank aus zuzuhören.

Ich teile Ihren Eindruck von diesen Konsultationen, die gut waren. Unser gemeinsamer Ansatz in den europäischen Fragen und vor allem in der Vorbereitung des Helsinki-Gipfels war dynamisch und übereinstimmend, besonders aufgrund der Arbeit der Minister, aber auch aufgrund der Kontakte, die wir im Laufe der letzten Monaten und Wochen haben konnten, weil wir unter Achtung unserer Kulturen, unserer Sensibilitäten und unserer Traditionen in Sachen Verteidigung auch hier gemeinsam den Helsinki-Gipfel vorbereiten und weil die Erklärung, die wir über die Bildung und Berufsausbildung verabschiedet haben, eine äußerst wichtige Erklärung ist. Ich will fortführen, was Bundeskanzler Schröder gesagt hat. Wir sind jetzt in einer Situation, wo wir vernünftigerweise hoffen können, dass die Arbeitslosenzahlen in unseren Ländern zurückgehen. Sie gehen in Deutschland zurück, sie gehen in Frankreich zurück, und in Frankreich gehen sie vor allem seit 28 Monaten regelmäßig zurück.

Die Arbeitslosenzahlen sind zwar immer noch zu hoch, aber gleichzeitig treten in einigen Sektoren auf dem Arbeitsmarkt erste Spannungen auf: zu hohe Arbeitslosigkeit - Mangel an Arbeitnehmern in bestimmten Sektoren. Daher wird die Berufsausbildung eine entscheidende Rolle spielen, damit in den hochqualitifzierten Berufen und in den neuen Berufen der neuen Technologien möglichst schnell Techniker, Ingenieure, hochrangige Führungskräfte ausgebildet werden können, und damit die Rückkehr zur Arbeit möglich wird für soziale Schichten oder qualifizierte Schichten in niedriger qualifizierten Berufen, die bisher ausgegrenzt waren und auf die die Unternehmen in dem Moment zugehen müssen, in dem die Arbeitslosigkeit zurückgeht. Das ist also eine entscheidende Frage, und es ist äußerst wichtig zu sehen, dass die Entscheidung, die wir zu diesem Thema getroffen haben, keine akademische Entscheidung ist, sondern eine Entscheidung, die eine Frage betrifft, die heute und mehr noch morgen von absoluter Bedeutung ist.

Wir haben festgestellt, dass unsere bilaterale Zusammenarbeit in einer ganzen Reihe von Bereichen gut ist, im Bildungsbereich, im Ausbildungsbereich, im Verkehr und auch bei industriellen Vorstößen. Das führt mich zu meiner letzten Betrachtung im Hinblick auf die nächsten Konsultationen. Wir planen, auch wenn wir das nicht formell festgelegt haben, als besonderes Thema - denn bei jeden Konsultationen gibt es fortan ein besonderes Thema - die Frage der Beziehungen zwischen den deutschen und französischen Wirtschaftskreisen und den Sozialpartnern. Dies scheint mir absolut wesentlich zu sein: zunächst ganz generell, weil es ein bestimmtes deutsches Modell der Sozialbeziehungen gibt, das man oft "Mitbestimmung" nennt, und weil es einen bestimmten französischen Ansatz gibt. Wir sind überzeugt davon, dass die Qualität unserer Sozialbeziehungen ein Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen ist. Wir müssen also, besonders von dem Augenblick an, wo der Austausch zwischen uns stärker wird, dieses Thema umfassend behandeln. Aber darüber hinaus gibt es auch noch ein neues Element und eine konkrete Forderung: Wir haben gerade mit der Fusion von Aérospatiale-Matra und DASA ein neues Unternehmen geschaffen, das noch auf andere Partner, vor allem spanische, ausgeweitet wird und auf weitere ausgedehnt werden kann. EADS wird ein einziges, integriertes Unternehmen sein, in dem das Problem der Sozialbeziehungen ein konkretes Problem ist. Bei der DASA gibt es deutsche Gewohnheiten, die an das Mitbestimmungsmodell gebunden sind, bei Aérospatiale-Matra gibt es Gewohnheiten. Es kann nach und nach eine einheitliche Art der Sozialbeziehungen geben. Wir sind jetzt konfrontiert mit einem solchen Unternehmen mit einer konkreten Herausforderung in diesem Bereich. Soviel dazu, auch dieses Thema ist keinesweg akademisch, sondern äußerst konkret und zeugt von der Qualität unserer Beziehungen.

Frage: Sie haben den Gipfel in Helsinki in der nächsten Woche angesprochen. Der Ministerrat gestern in Brüssel war ein Misserfolg in punkto Zinsbesteuerung. Der deutsche Finanzminister Eichel hat recht harte Worte für die britische Haltung gefunden. Wollen Sie beide nächste Woche in Helsinki Druck auf Premierminister Blair ausüben?

Chirac: Es ist bekannt, dass es Meinungsverschiedenheiten zwischen fast allen Ländern der Europäischen Union und Großbritannien beim Thema Zinsbesteuerung gibt. Das ist nicht neu, das ist ein Faktum. Deshalb suchen die zuständigen Minister die Mittel und Wege, um die Standpunkte anzunähern. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das nicht erreicht, und wir haben nicht die Absicht, Druck auf die britische Regierung auszuüben. Wir versuchen, mit ihr eine positive Lösung zu finden, aber ich muss eingestehen, dass wir zur Zeit recht weit von einander entfernt sind.

Frage: Ist nicht der Zeitpunkt für Interventionen zur Stützung des Euro gekommen? Zweitens: Wann werden die Atommülltransporte von La Hague nach Deutschland wieder aufgenommen, vor oder nach der Expo 2000 in Hannover?

Jospin: Zum ersten Punkt glaube ich, dass man es der Europäischen Zentralbank überlassen sollte zu handeln; das ist ihre Aufgabe. Wir können öffentliche Kommentare in diesem Punkt nicht verhindern, auch wenn die Wirtschafts- und Finanzminister der EU und insbesondere der 11 Euro-Länder natürlich in ihren gemeinsamen Sitzungen mit den Vertretern der Zentralbank sprechen. Zum zweiten Punkt: Die Frage der Rückkehr der Kernabfälle wurde in der Tat bei dem heutigen Treffen zwischen dem Bundeskanzler und mir angesprochen. Wir haben dies in einem Geist des Verständnisses für die Probleme und Schwierigkeiten beider Länder sowie der Erfordernisse auf internationaler und bilateraler Ebene getan. Ich habe gehört, was der Bundeskanzler Ihnen geantwortet hat; wir haben gemeinsam darüber gesprochen, und ich denke, wir werden zu gegebener Zeit eine Lösung finden können.

Chirac: Was den Euro betrifft, so möchte ich dem, was der Premierminister gerade zur Rolle der Europäischen Zentralbank zu Recht gesagt hat, hinzufügen, dass der Euro sich auf die größte Wirtschaftsmacht der Welt stützt, darüber hinaus eine Macht, die heute gut dasteht. Es gibt also keinen Grund, den geringsten Zweifel oder die geringste Sorge bezüglich des Euro zu haben, der noch immer eine breite Bewertungsmarge hat. Deshalb kann ich Ihnen sagen, dass wir in Frankreich, und natürlich auch anderswo, volles Vertrauen in den Euro haben.

Frage: Wurde das Thema der türkischen Kandidatur angesprochen?

Chirac: Die Kandidatur der Türkei ist ein Thema, das wir selbstverständlich angesprochen haben. Im übrigen gibt es darüber zwischen Deutschland und Frankreich keine Meinungsverschiedenheiten. Aber es wird seit zwei Monaten bei allen europäischen bilateralen oder multilateralen Treffen diskutiert, denn wir hoffen alle sehr, dass in Helsinki eine endgültige Vereinbarung getroffen werden kann, so dass die Türkei in Helsinki den Status eines Bewerberlands bekommt. Ich hoffe das, der Bundeskanzler hofft das, wir alle hoffen das.

Frage: Ich komme noch einmal auf die Bildungsfrage zurück, denn das war ja ein wenig Thema des Tages. Dennoch ist die Erklärung eigentlich recht undurchsichtig formuliert, und ich möchte wissen, ob das bei dieser Art Themen nicht doch eine Schwierigkeit darstellt, wenn man zwischen den beiden Verwaltungen gemeinsam daran arbeitet. Könnten Sie also ein wenig die Botschaft präzisieren, die Sie an die Lehrer richten wollen, an alle, die sich mit beruflicher Bildung befassen? (...)

Jospin: (...) dass hinter Formulierungen, die recht allgemein gehalten sind, doch äußerst präzise und konkrete Verpflichtungen oder Kooperationsprogramme stecken. Es ist ein Dokument von drei Seiten. Es hat den Status einer Erklärung der Staats- und Regierungschefs und ist von daher notgedrungen allgemein. Aber wenn man Ihnen zum Beispiel das Kolloquium beschreiben würde, das kürzlich in Metz stattgefunden hat und bei dem sich französische und deutsche Unternehmen, Universitäten sowie Berufsbildungseinrichtungen zusammengesetzt haben, könnten Sie sehen, dass hinter fast jeder Überschrift dieser Erklärung eine präzise Arbeit steht, die schon läuft. Und wenn man zum Beispiel weiss, dass 85 meist große Unternehmen, 110 Hochschuleinrichtungen, fast 5.000 Personen, auch Studenten, an diesem deutsch-französischen Forum am 29. und 30. Oktober in Metz teilgenommen haben, wenn man weiss, dass das alles für Hunderte von Studenten Gelegenheit war, individuelle Gespräche mit Unternehmen, auch zur Bewerbung um einen Arbeitsplatz, zu führen, wenn man sieht, wie gut die Annäherung der deutsch-französischen Hochschulstudiengänge funktioniert, wie schnell wir bei der Schaffung der deutsch-französischen Hochschule vorankommen – und das ist nur ein Beispiel – dann versteht man, dass hinter dieser allgemeinen oder eher zusammenfassenden Erklärung mit einigen Überschriften in Wirklichkeit eine ganze Reihe von konkreten Kooperationen steht. Wir wollten Ihnen nur kein Dokument von 50 Seiten vorlegen. Und wenn Sie zu der einen oder anderen Dimension Näheres erfahren wollen, stehen die Fachministerien beider Länder, insbesondere jene, die diese Kooperationen beschreiben, natürlich zu Ihrer Verfügung.

Chirac: Nur eine Bemerkung dazu. Bis vor kurzem noch hörten wir oft: Deutschland hat ein besseres Bildungswesen als wir, wir müssen sehen, ob wir es nicht kopieren können, vor allem das duale System etc. Heute wurden Arbeiten in Angriff genommen, Kontakte geknüpft. Das Kolloquium in Metz war wirklich ein großer Erfolg. Der Bundeskanzler sagt: Unsere Anstrengungen müssen konvergent sein, wir müssen uns von unseren Erfolgen inspirieren lassen. Das ist doch schon hervorragend! Ich will jetzt nicht von den konkreten Dingen sprechen, die der Premierminister schon genannt hat. Aber allein dass wir sagen können: Unsere beiden Länder arbeiten heute gemeinsam an den Bildungsproblemen, um gemeinsam die Probleme der Anpassung der Jugend an die Welt von morgen anzupacken, das ist doch schon hervorragend! Das sollten Sie nicht als Detail abtun.

Jospin: (...) Mir scheint, dass Deutschland und Frankreich sich bei ihrem beruflichen Bildungswesen auf einander zu bewegt haben. Die Stärke des deutschen Systems war der konkrete Praxisbezug mit der Verwurzelung im Unternehmen, und ich glaube, dass unsere deutschen Freunde festgestellt haben, dass das Problem einer gewissen Allgemeinbildung ein Problem ist, das auch besser gelöst werden muss. Die französische Bildung, insbesondere im staatlichen Bildungswesen, war abstrakter, theoretischer, und ich glaube, dass wir durch den systematischen Einsatz des dualen Systems dabei sind, diese Bewegung hin zu einer stärker praxis- und betriebsbezogenen Ausbildung zu schaffen. Und ich glaube auch, durch diese vielfältigen Kooperationen nähern sich zwei Philosophien an, die – wie der Staatspräsident gerade sagte – eine Art deutsch-französisches Modell ausmachen können, wobei jeder seine Besonderheit wahrt, die sinnvoll in die EU-Diskussion eingebracht werden kann.

Frage: Haben Sie über die WTO-Verhandlungen gesprochen? Haben Sie eine Lösung für die Nachfolge von Michel Camdessus beim IWF gefunden?

Chirac: Natürlich haben wir über die WTO-Verhandlungen gesprochen, aber nur kurz, denn wie Sie wissen haben die Fünfzehn dem zuständigen Kommissar, Pascal Lamy, ein entsprechendes Mandat erteilt, und wir sind selbstverständlich sehr zuversichtlich, dass er die Interessen der Europäischen Union vertritt. Es gibt also keine Meinungsunterchiede zu diesen Problemen, und Gespräche darüber wurden bereits geführt.

Was die Nachfolge von Michel Camdessus angeht, so werden wir darüber sprechen, wenn sich das Problem tatsächlich stellt.

Frage: Beim OSZE-Gipfel in Istanbul wurden von der russischen Seite einige Dokumente zu Tschetschenien unterzeichnet. Nun hört man seit zehn Tagen nichts von Präsident Jelzin, Premier Putin hat dazu sehr sehr harte Erklärungen abgegeben, Außenminister Iwanow hat Knut Vollebaek gestern jede Vermittlungsmöglichkeit der OSZE verweigert, und die Kämpfe vor Ort dauern an. Finden Sie nicht, dass die russische Seite da eine Haltung einnimmt, die an Provokation grenzt?

Chirac: Ich habe beim OSZE-Gipfel in Istanbul gesagt, und ich wiederhole es hier: Die derzeitige Offensive in Tschetschenien ist ein tragischer Fehler für die gesamte Region. Die dramatischen Folgen der Bombardierungen für die Menschen und die vielen Opfer sind keinesfalls hinnehmbar. Das ist Frankreichs Haltung, das ist Deutschlands Haltung, und die beiden Außenminister, Joschka Fischer und Hubert Védrine, haben hier ein gemeinsames Kommuniqué verabschieden lassen, dass diese Haltung wiedergibt. Die angewandten militärischen Mittel ermöglichen keine stabile und dauerhafte Lösung, daher unsere Forderung nach Deeskalation und nach einer politischen Lösung, die alleine geeignet ist, die Kämpfe zu beenden und den Dialog wieder aufzunehmen.

(...) Wir haben gesehen, dass der Präsident der OSZE in Moskau empfangen wurde, aber nicht nach Tschetschenien reisen konnte. Wir bedauern das, und wir sagen das ganz deutlich in einem Kommuniqué, das Ihnen gleich übergeben wird. Wir verurteilen diese Situation.

Frage: Wohin in Afrika soll Sie Ihre gemeinsame Reise mit Bundeskanzler Schröder führen? Und was ist das Ziel dieser Reise, wenn sie denn stattfindet?

Chirac: Wir haben im Grundsatz eine Reise nach Afrika festgelegt, ohne jedoch einen Zeitpunkt festzulegen. Wir denken an das Afrika südlich der Sahara. Weder Ort noch Zeitpunkt sind festgelegt. Ziel ist, zu zeigen, dass es ein gemeinsamen deutsch-französisches Interesse an den afrikanischen Problemen gibt, sei es an den Krisen, die dieser Kontinent erlebt, oder an der Entwicklung, die er erfahren muss und an der wir mitwirken wollen, sei es an der Freundschaft, die wir ihm entgegenbringen oder an der Zusammenarbeit, die wir ausbauen wollen. Das ist das gemeinsame deutsch-französische Interesse, das, was Afrika angeht, so bekräftigt werden soll.

Quelle : Französische Botschaft in Bonn www.botschaft-frankreich.de

 

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