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Einsatz der Bundeswehr im Rahmen von "Enduring Freedom"

Einsatz der Bundeswehr im Rahmen von "Enduring Freedom"

Quelle: Bundesverteidigungsministerium, Bonn, den 31.Januar 2002.

Der von der Bundesregierung beschlossene Antrag zum Einsatz der Bundeswehr im Kampf gegen den internationalen Terrorismus (Operation "Enduring Freedom"), dem der Deutsche Bundestag am 16. November 2001 zugestimmt hat, sieht die Bereitstellung von bis zu 3.900 Soldaten vor. Dabei werden folgende Fähigkeiten zum Kampf gegen den internationalen Terrorismus von der Bundesregierung bereitgestellt:

  • Kapazitäten von bis zu 250 Soldaten zur medizinischen Evakuierung

Seit dem 23. November 2001 ist ein Airbus A310 MEDEVAC in einer Zwölf-Stunden-Bereitschaft verfügbar. Er ist für den Transport von verwundeten, verletzten und schwer erkrankten Soldaten vorgesehen.

  • Lufttransportkapazitäten im Umfang von bis zu 500 Soldaten

Mit Ablauf des 10. Januar 2002 wurden die seit dem 26. November 2001 erfolgten Einsätze zur Lufttransportunterstützung für die amerikanischen Streitkräfte eingestellt. Täglich waren bis zu drei Transall-Maschinen für logistische Transporte nach Incirlik in die Türkei geflogen. Für Service und Betrieb waren dazu auf einem Zwischenlandeplatz in Istanbul 100 Soldaten eingesetzt.

Die nun freigewordenen Transall-Maschinen werden derzeit für den Transport und die logistische Unterstützung des deutschen Kontingents der internationalen Friedenstruppe für Afghanistan (ISAF) benötigt (siehe unten).

  • ABC-Abwehrkräfte auf die arabische Halbinsel

Der Bundestagsbeschluss vom 16. November 2001 zur Unterstützung der Vereinigten Staaten im Kampf gegen den Terror sieht die Beteiligung der Bundeswehr auch mit ABC-Abwehrkräften im Umfang von bis zu 800 Soldaten vor. Auf Basis dieses Beschlusses, verbunden mit einem umfangreichen internationalen Abstimmungsprozess, hat die Bundeswehr die Zusammenstellung und Vorbereitung des Kontingents der ABC-Abwehrkräfte abgeschlossen.

Hauptkontingent (ca. 250 Soldaten) und Gerät der ABC-Abwehrtruppe wurden bereits in das Einsatzgebiet verlegt. Bis Anfang März ist eine gemeinsame Übung der Truppen vorgesehen mit dem Ziel, die Abläufe innerhalb des multinationalen Stabes zu optimieren, die internationale Zusammenarbeit der Truppe einzuüben, Verfahren aufeinander abzustimmen, die Einsatzbereitschaft herzustellen und am Ende der Truppenübung zu überprüfen. Anschließend wird Mitte März der Großteil des Personals nach Deutschland zurückverlegen und in einen hohen Bereitschaftszustand versetzt, während das Gerät und ein Kontingent von ca. 50 Soldaten als "Initial Reaction Capability" auf der arabischen Halbinsel verbleiben.

Es ist erforderlich, dass einsatzfähige ABC-Abwehrkomponenten rechtzeitig aufgestellt und bereitgehalten werden, um für - nach den Erfahrungen des 11. September - nicht mehr auszuschließende terroristische Angriffe auch mit ABC-Waffen Vorsorge zu treffen. Die international anerkannten besonderen ABC-Abwehr-Fähigkeiten der Bundeswehr haben unsere amerikanischen Partner mit dazu bewogen, uns um eine Unterstützung in diesem defensiven Bereich zu bitten. Gemeinsame Übungen unter Einsatzbedingungen sind zwingend erforderlich, um die notwendige Schutzwirkung im Einsatzfall im bestmöglichen Maße sicherstellen zu können. Der Verbleib des Geräts vor Ort und damit dessen schnelle Verfügbarkeit unterstreichen die unmittelbare Bedeutung dieses Beitrags als eine wichtige Maßnahme zum Katastrophenschutz, und zwar nicht nur für unsere amerikanischen Verbündeten.

  • Seestreitkräfte am Horn von Afrika

Ein deutscher Marineverband hat sich mittlerweile im Hafen von Djibouti versammelt. Der Verband besteht aus drei Fregatten ("Bayern", "Emden" und "Köln"), dem Versorger "Freiburg", dem Betriebsstofftransporter "Spessart" und zwei Tendern ("Main und "Donau") und hat einen Umfang von ca. 1.200 Soldaten. Die Fregatten "Bayern", "Emden" und "Köln" sind am 2. Februar zu ihrem ersten Einsatz aus Djibouti ausgelaufen. Die Schiffe gewährleisten am Horn von Afrika die Sicherheit der Seewege und sollen die Verbindungswege von terroristischen Organisationen unterbrechen.

Darüber hinaus wurden in Wilhelmshaven fünf Schnellboote der Klassen 143 und 143 A ("Falke", "Bussard", "Hyäne", "Gepard" und "Puma") des Einsatzverbandes auf Transportschiffe verladen. Sie sind am 13. Januar in Richtung Horn von Afrika aufgebrochen und werden dort mit dem Marineverband zusammentreffen.

  • Marineflieger in Kenia

Ein "Fact Finding Team" (26 Soldaten) der Bundeswehr untersucht derzeit in Kenia, ob neben Djibouti ein weiterer deutscher Stützpunkt in Afrika eingerichtet werden kann. Als möglicher Standort käme die Stadt Mombasa in Kenia in Frage, um von dort mit Marinefliegern (Seefernaufklärer vom Typ "Breguet Atlantic", s. Foto) gemeinsam mit den im Hafen von Djibouti stationierten Marineschiffen den Schiffsverkehr im Indischen Ozean zu überwachen. Die Untersuchung erfolgt im Rahmen der Operation "Enduring Freedom".

  • AWACS Flugzeuge im Einsatz

Zusammen mit den ersten Maßnahmen der NATO im Rahmen von "Enduring Freedom" werden auch deutsche Soldaten in AWACS- Flugzeugen (Airborne Warning And Control System) der Allianz eingesetzt. Zur Unterstützung der USA wurden fünf E-3A AWACS Flugzeuge der NATO in die USA auf den Luftwaffenstützpunkt Tinker Air Force Base (AFB) bei Oklahoma City verlegt. Insgesamt sind etwa 190 Soldaten eingesetzt, darunter 40-50 Soldaten und Zivilbeschäftigte aus Deutschland. Sie unterstützen seit dem 12. Oktober 2001 die Luftraumkontrolle.

 

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