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Die Schengener Übereinkommen

 

Die Schengener Übereinkommen

 

Artikel veröffentlicht am 4. April 2004. Quelle: BMI Internetredaktion.

 

Schengen ist das Erfolgsmodell der Europäischen Union auf ihrem Weg zu einem gemeinsamen Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts. Das Ziel des Schengener Übereinkommens vom 14. Juni 1985 und des Schengener Durchführungsübereinkommens vom 19. Juni 1990 (SDÜ) ist die Verwirklichung der Personenfreizügigkeit durch Aufhebung der Kontrollen an den Grenzen zwischen den Schengen-Staaten (Binnengrenzen).

 

Da der Verzicht auf Binnengrenzkontrollen nicht zu Sicherheitseinbußen auf dem Gebiet der Inneren Sicherheit führen darf, haben die Schengen-Staaten Ausgleichsmaßnahmen eingeleitet, die den sog. Schengen-Standard bilden:

 

* Harmonisierung und Verstärkung der Außengrenzkontrollen. Dies bedeutet, dass die Vertragsstaaten an ihren Grenzen zu Staaten, die nicht der Schengen-Kooperation angehören, bzw. an Häfen und Flughäfen ihre Grenzkontrollen nach gemeinsamen, hohen Schengen-Standards durchführen. Konsequente Grenzsicherung bedeutet dabei aber nicht hermetische Abschottung des gemeinsamen Schengen-Raums.

 

* Vereinbarung einer grenzüberschreitenden polizeilichen Zusammenarbeit (z.B. Polizei kann verdächtige Personen, die die Grenze zwischen Schengen-Staaten überschreiten, observieren oder ihnen nacheilen).

 

* Einrichtung eines automatisierten Personen- und  Sachfahndungssystems (sog. Schengener Informationssystem, SIS;  s. hierzu auch Internet-Beitrag "Polizeiliches  Informationswesen").

 

* Regelungen zum Datenschutz im Hinblick auf den Austausch  personenbezogener Daten, z.B. im Zusammenhang mit dem SIS.

 

* Gemeinsame Bekämpfung der Betäubungsmittelkriminalität

 

* Angleichung des Waffenrechts im Hinblick auf Erwerb, Verbringen und Besitz von Feuerwaffen (Europäischer Feuerwaffenpass).

 

* Vereinbarung einer grenzüberschreitenden justitiellen Zusammenarbeit, z.B. durch gegenseitige Rechtshilfe in Strafsachen und Verbot der Doppelbestrafung.

 

* Gemeinsame Visa- und Asylpolitik (z.B. Einführung des sog. Schengen-Visums).

 

Vertragspartnerdes in der luxemburgischen Stadt Schengen am 19. Juni 1990 (Inkrafttreten am 26. März 1995) unterzeichneten Übereinkommens waren zunächst die Benelux-Länder, Deutschland und Frankreich. Dem Übereinkommen sind später Italien (1990), Portugal und Spanien (1991), Griechenland (1992), Österreich (1995) sowie 1996 die nordischen Staaten Dänemark, Finnland und Schweden beigetreten. Diese drei Länder waren bereits Mitglieder der sog. Nordischen Passunion. Der Erhalt der Freizügigkeit im Bereich der Nordischen Passunion machte es notwendig, dass alle Schengen-Staaten mit den restlichen Staaten der Nordischen Passunion, Norwegen und Island, ein Kooperationsabkommen abschließen.

 

Großbritannien und Irland nehmen nur in eingeschränktem Umfang am Schengener Vertragswerk teil; sie beteiligen sich an den Maßnahmen zur polizeilichen und strafrechtlichen Zusammenarbeit.

 

Mit Inkrafttreten des Amsterdamer Vertrages am 1. Mai 1999 wurde der sog. Schengen-Besitzstand (dieser basiert auf den o.g. Übereinkommen sowie den Beschlüssen des damaligen Schengen - Exekutivausschusses) durch das sog. Schengen-Protokoll zum Vertrag in den institutionellen und rechtlichen Rahmen der Europäischen Union überführt. Damit wurde der Schengen-Besitzstand für alle EU-Mitgliedstaaten unmittelbar geltendes Recht.

 

Der Beitritt von Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, der Slowakischen Republik, Slowenien, der Tschechischen Republik, Ungarn und Zypern zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 bedeutet für diese Staaten, dass auch sie verpflichtet sind, den Schengen-Besitzstand ab diesem Zeitpunkt vollständig einzuführen und umzusetzen (s. hierzu auch Internet-Beitrag "EU-Erweiterung und Innere Sicherheit").

 

Die Einführung und Umsetzung des Schengen-Besitzstandes durch die neuen Mitgliedstaaten wird nach dem genannten Beitrittstermin durch die übrigen Schengen-Staaten überprüft. Erst wenn der Rat der Innen- und Justizminister der Europäischen Union nach der Überprüfung einstimmig entscheidet, dass ein bestimmtes Beitrittsland sämtliche Schengen-Standards, insbesondere im Hinblick auf die Außengrenzsicherung und ein funktionierendes SIS erfüllt, werden die Personenkontrollen an den künftigen Binnengrenzen auch im Verhältnis zu diesem Beitrittsland (z.B. zwischen Deutschland und Polen oder der Tschechischen Republik) entfallen.

 

Weitere Informationen:

 



 


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