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Es gibt immer einen Weg, der zum Frieden führt

Es gibt immer einen Weg, der zum Frieden führt

60. Jahrestag des D-Day (Caen). Ansprache von Herrn Jacques Chirac, Präsident der französischen Republik, anläßlich der deutsch-französischen Gedenkfeier an der Gedenkstätte für den Frieden. Sonntag, den 6. Juni 2004. Quelle: Élysée Palast, Paris.

Herr Bundeskanzler,

Sechzig Jahre sind verstrichen; aber weder Sie noch wir haben diese Stunden vergessen, in denen sich das Schicksal Europas und der Welt im Wesentlichen entschied. Sie sind heute hier. Sie vertreten Deutschland und das deutsche Volk. Dies ist ein sehr bewegender Augenblick.

Die Landung in der Normandie war das blutige Aufeinandertreffen von Tausenden Soldaten, alliierten Soldaten und deutschen Soldaten. Der 6. Juni 1944 steht aber vor allem für die Wiedererlangung der Freiheit und die Wiederherstellung der Demokratie auf dem europäischen Kontinent, der von der Ideologie des Nazismus und ihrem mörderischen Wahn unterdrückt wurde.

Heute ist zunächst die Stunde der Erinnerung und der Andacht in Ehrfurcht vor der Geschichte und dem erlittenen Leid. Es ist aber auch die Stunde der Gegenwart, die gemeinsam aufzubauen wir uns entschieden haben. Dieser Zukunft, der wir uns gemeinsam zugewandt haben. Dieser Zukunft des Friedens und der Eintracht, der unsere Vorgänger mit ihrer genialen Intuition den Weg ebneten und die diese mit Weitsicht, Mut und Entschlossenheit schmiedeten.

Der Europagedanke, die Projekte die ihn verkörpern, all dies nahm in Wirklichkeit hier seinen Anfang. Mit dem sich abzeichnenden Ende des 3. Reichs. Mit der Wiedererlangung der Freiheit und Wiederherstellung der Demokratie. Vor allem aber mit dem einvernehmlichen Gefühl, dass diese Bruderkriege, die die Welt in Brand setzten, die Negation Europas, seiner Werte und seiner Kultur waren; dass so viel Leid und Verwüstung nicht vergebens sein durften; dass wir es unseren Toten schuldig waren, ihrem Opfer einen Sinn zu geben, indem wir entschlossen den einzigen Weg, der in Europa den Frieden sichern würde, beschreiten: den der Aussöhnung zwischen unseren beiden Ländern, zwischen unseren beiden großen Völkern. Denjenigen der Demokratie. Dieses Erfordernis war sechzig Jahre lang die Richtschnur der Außenpolitik Frankreichs und Deutschlands. Dies war auch Ansporn für das europäische Einigungswerk.

Herr Bundeskanzler.

Ihre Anwesenheit hier zeugt ein weiteres Mal von dieser langen und geduldigen Aussöhnungsarbeit. Eine fruchtbare Arbeit, mit der die politisch Verantwortlichen unserer beiden Länder unmittelbar nach dem Kriege mit der Legitimation ihrer vergangenen Verpflichtungen und der Aura, die ihnen die Geschichte verlieh, begannen.

Es war die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl in Paris. Es war der Beitritt Deutschlands zum Atlantischen Bündnis. Es war der Élysée-Vertrag, der die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich besiegelte und den Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern schuf. Es war General de Gaulle, der nur wenige Wochen nach dem denkwürdigen Besuch Konrad Adenauers in Frankreich so triumphal in Deutschland empfangen wurde. Es waren Helmut Kohl und François Mitterrand, die sich über den Gräbern von Verdun die Hand reichten. Es war die gemeinsame Sitzung unserer beiden Parlamente im letzten Jahr in Versailles, dem Ausgangspunkt von derart viel Hass und Verbitterung.

Herr Bundeskanzler.

Sie stellen sich der Erinnerung Deutschlands. Und zugleich verkörpern Sie dessen Erneuerung. Sie wurden geboren, als wieder Hoffnung keimte. Sie gehören dieser Generation an, die inmitten von Ruinen geboren wurde und die mit dem Willen hervortrat, ein neues Land, eine beispielhafte Demokratie in Anknüpfung an die universellen Werte der Menschenrechte und der Freiheit aufzubauen. Dieser Generation, die Deutschland – der Heimstaat des Humanismus und dem Land der Dichter und Denker – wieder zu seinem Platz unter den europäischen Nationen und innerhalb der Gemeinschaft der Nationen verhalf. Dieser Generation, die nach einem halben Jahrhundert der Teilung die Freude der Wiedervereinigung erfahren durfte.

Diese Gedenkfeier legt vor aller Welt Zeugnis davon ab, dass kein Konflikt – sei er auch noch so schmerzhaft und tief – eines Tages nicht dem Dialog und der Verständigung weichen kann. Den Menschen, die sich in der endlosen Finsternis des Hasses und der Verbitterung bekämpfen, zeigt unsere Aussöhnung, dass es eine wirkliche Hoffnung oder noch besser eine Wahl gibt. Diejenige der Kühnheit, des Mutes und der Geduld. Es gibt immer einen Weg, der zum Frieden führt.

Deutsche und Franzosen haben sich entschieden, diese Botschaft weiterzugeben. Sie wollten neue Beziehungen der Solidarität knüpfen. Sie setzten sich mit ganzer Kraft für das europäische Aufbauwerk und die Verwirklichung seiner ehrgeizigen Ziele ein. In jeder Etappe seiner Geschichte, immer wenn Europa auf der Stelle trat, vermochten sie zu überzeugen, neue Impulse zu geben, Vorschläge zu unterbreiten und Initiativen zu ergreifen, damit Europa wieder vorankam.

Das endlich wiedervereinigte Europa, dieses Europa, das sich auf seine Geographie und seine Vergangenheit zurückbesinnt, hat nunmehr die Erwartungen und Hoffnungen von 450 Millionen Frauen und Männern zu erfüllen und deren Schicksal zu gestalten. Es muss sich die notwendigen Instrumente geben, damit es Beschlüsse fassen, Einfluss nehmen, ausstrahlen und handeln kann, wie es seine wiedererlangte Einheit von ihm verlangt.

Dies ist eine neue Zielvorgabe für Europa und eine neue Herausforderung für das deutsch-französische Tandem, dem hierbei ein weiteres Mal die Rolle eines Motors, einer Triebkraft zufällt.

Französicher Staatspräsident Jacques Chirac wendet sich nach Bundeskanzler Gerhard Schröder in Caen am 6. Juni 2004. E/S Foto.

Wir wollen ein Europa, das auf seine lange Geschichte, seine Kultur, sein einzigartiges soziales Modell und die Lebensweise, die es verkörpert, stolz ist.

Ein Europa, das für den Handel offen ist; eine erstrangige Wirtschaftsmacht im Dienste von Beschäftigung und sozialem Fortschritt.

Ein Europa der Intelligenz, des Wissens und der Kenntnis, ein Europa, das namhafte Universitäten besitzt und eine ehrgeizige Forschungspolitik betreibt.

Ein Europa, das mit einer einzigen Stimme sprechen und im Verbund handeln kann. Ein Europa, das seine historische Erfahrung und seine humanistischen Werte in den Dienst einer internationalen Ordnung stellen kann, die gerechter und solidarischer ist und die Menschenwürde, die Vielfalt der Kulturen und der Völker stärker achtet.

Wir sind überzeugt, dass ein starkes Europa zur Stabilisierung der Welt betragen und den transatlantischen Beziehungen eine neue Dynamik verleihen wird. Durch seinen Einsatz für Frieden und Solidarität wird Europa das Andenken aller derjenigen, die hier für die Freiheit fielen, in Ehren halten.

Vor sechzig Jahren auf die Stunde genau stand Caen in Flammen, in einem «Meer von Flammen», wie die Zeitzeugen später berichteten. Der Frau Bürgermeisterin von Caen und allen Einwohnern von Caen möchte ich versichern, dass Frankreich das Martyrium Ihrer Stadt nicht vergisst. Frankreich weiß, welchen Tribut Ihre Stadt für seine Befreiung entrichten musste.

Die Gedenkstätte für den Frieden, an der wir heute zusammengekommen sind, erinnert uns daran, dass Krieg nur Verwüstung, Leid und Tränen bedeutet.

Sie lehrt uns aber auch, wie wertvoll Frieden und Aussöhnung, Freiheit und Demokratie sind. Diesen Frieden und diese Aussöhnung, diese Freiheit und diese Demokratie verkörpern Sie heute Herr Bundeskanzler durch Ihre Anwesenheit in Frankreich, in dieser schönen Normandie.

An diesem Tage des Gedenkens und der Hoffnung empfangen die Franzosen Sie mehr denn je als Freund. Sie empfangen Sie als Bruder.

Plaque commémoratrice découverte le 6 juin 2004 par le chancelier Gerhard Schröder et le président Jacques Chirac au Mémorial de Caen. Photo E/S.


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