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Die Ausstrahlung von Straßburg stärkt den Einfluss Frankreichs in Europa

Die Ausstrahlung von Straßburg stärkt den Einfluss Frankreichs in Europa

Ansprache von Herrn Jacques Chirac, Präsident der französischen Republik, anlässlich des Empfangs im Strassburger Rathaus zu seinen Eheren und zu Ehren Seiner Excellenz Herrn Gerhard Schröder, Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Strassburger Rathaus, Freitag, den 1. Oktober 2004. Quelle: Élysée Palast, Paris.

Herr Bundeskanzler, mein lieber Gerhard,
Frau Oberbürgermeisterin, liebe Fabienne Keller,
Herr Präsident des Stadtgemeinschaft, lieber Robert Grossmann,
Meine Damen, meine Herren.

Ich freue mich, dass Straßburg und seine gewählten Volksvertreter uns, den Bundeskanzler und mich sowie den deutschen und den französischen Außenminister, heute anlässlich einer unserer nunmehr regelmäßigen Zusammenkünfte empfangen.

Dieser gemeinsame Besuch im Rathaus ermöglicht es uns, die Wegstrecke zu ermessen, die unsere beiden Völker seit sechzig Jahren zurückgelegt haben.

Herr Bundeskanzler, die Franzosen werden Ihre Anwesenheit in Caen am 6. Juni dieses Jahres nicht vergessen. Ihre Worte und Ihre Gesten, Herr Bundeskanzler, werden in unseren Herzen bleiben.

Am 6. Juni 1944 nahm die Befreiung Frankreichs aber erst ihren Anfang. Sie sollte danach noch lange Monate dauern. Der Einzug von Leclerc und der 2. Panzerdivision in Straßburg am 23. November 1944 markierte eine entscheidende Etappe in der Zurückeroberung unseres Landes. Und für die Männer der Kolonne von Leclerc, die in Koufra geschworen hatten, Straßburg zu befreien, war dies die höchste Belohnung.

Das befreite Straßburg symbolisierte an sich schon die Zurückgewinnung Frankreichs. Aber es bedeutete noch viel mehr. Es war die Gewähr für eine nunmehr mögliche Aussöhnung in Europa. Bereits 1945 äußerte General de Gaulle hier vom Balkon dieses Rathauses aus den Wunsch, der Rhein, "der eine Kampflinie war", möge wieder zu dem "Bindeglied" werden, das er einst gewesen war. Dieser prophetische Traum änderte den Lauf des für immer miteinander verbundenen Schicksals Frankreichs und Deutschlands in Europa.

Ohne die Wunden der Vergangenheit zu vergessen, möchte ich Ihnen sagen, wie sehr ich für Frankreich stolz darauf bin, dass das Elsass im europäischen Einigungswerk und bei der deutsch-französischen Aussöhnung in vorderster Front stand.

Straßburg, das nach Ende des Krieges ganz selbstverständlich zu einer der Hauptstädte des im Aufbau befindlichen Europas gewählt wurde. Straßburg, das heute die Institutionen beherbergt, die für das demokratische Funktionieren der Europäischen Union und die Förderung der uns verbindenden Werte wesentlich sind. Ich denke an das Europäische Parlament, den Europarat, den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, aber auch an den europäischen Bürgerbeauftragten und - im Bereich der Verteidigung - an das Eurokorps, das derzeit in Afghanistan im Einsatz ist.

Derart prestigeträchtige und für das europäische Einigungswerk wichtige Institutionen aufzunehmen ist ein Privileg, aber auch eine Verantwortung und eine Bürde. Deshalb lassen die französischen Behörden den betroffenen Gebietskörperschaften ihre ganze Unterstützung zuteil werden. Vor Ihnen möchte ich heute mein Engagement und meine Entschlossenheit wiederholen, Straßburg die Mittel zu geben, die es für seine Ausstrahlung in Europa benötigt.

Diesem Zweck dient auch der letzte Dreijahresvertrag zwischen dem Staat und den Gebietskörperschaften. Dank den Anstrengungen der öffentlichen Hand ist Straßburg heute nur noch einen halben Tag von allen großen europäischen Metropolen entfernt. Des Gleichen wird die geplante Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Paris und Straßburg ab 2007 Realität sein und anschließend an das deutsche Netz angebunden werden. Straßburg wird dann ein wirklicher Verkehrsknotenpunkt sein und an die Tradition anknüpfen, der es seinen Namen "Stadt der Straßen" verdankt.

Die europäische Rolle und Ausstrahlung Straßburgs stärken heißt auch die Aufnahme- und Lebensbedingungen der Parlamentarier, der hohen Persönlichkeiten und der internationalen Beamten, die sich dort aufhalten müssen, verbessern. Dies ist eine der Aufgaben des Lenkungsausschusses "Straßburg, europäische Stadt", der sich aus Vertretern des Staats und lokalen Volksvertretern zusammensetzt.

Getreu seinem humanistischen Erbe und seiner langen Hochschultradition ist Straßburg Sitz namhafter Universitäten, der Nationalen Verwaltungsakademie ENA, des Zentrums für Europäische Studien und dient somit in Europa als Vorbild. Setzen wir uns zum Ziel und geben wir uns die Mittel, in dieser Stadt die jungen europäischen Eliten, insbesondere aus den neuen Mitgliedstaaten auszubilden, die dann später den Institutionen der Union dienen werden.

Erwähnen möchte ich schließlich auch das Projekt der Eurodistrikte zwischen Deutschland und Frankreich, auf deren Bedeutung wir in der Gemeinsamen Erklärung zum 40. Jahrestag des Élysée-Vertrags hingewiesen haben. Diese neue Form der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bietet eine Chance, die die lokalen Volksvertreter Deutschlands und Frankreichs, von denen einige unter uns sind und die ich sehr herzlich begrüßen möchte, ergreifen müssen.

Frau Oberbürgermeisterin, Herr Präsident, Straßburg kann stolz auf das sein, was aus ihm geworden ist: eine große aktive und dynamische Metropole, deren Name in ganz Europa zu vernehmen ist.

Straßburg vermochte aus der Vergangenheit und aus seinen Heimsuchungen einen Vorteil und eine Stärke zu machen. Straßburg, das jahrhundertelang ein Zankapfel zwischen Deutschland und Frankreich war, ist nunmehr die Stadt aller Europäer. Es ist in Europa die Hauptstadt der Menschenrechte und des parlamentarischen Lebens. Es ist ein erstrangiges Hochschul- und Ausbildungszentrum. Seine Ausstrahlung stärkt den Einfluss Frankreichs in Europa. Über das Symbolische hinaus möchte ich, dass wir in Straßburg diese deutsch-französische Freundschaft, diesen wunderbaren Traum von Frieden und Brüderlichkeit, der uns seit 60 Jahren gemeinsam das europäische Projekt verwirklichen lässt, im Alltag mit Leben erfüllen.

Meine Damen, meine Herren, ich danke Ihnen.


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