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Der Kampf gegen Konzerne und Banken

Der Kampf gegen Konzerne und Banken

Obschon die Kritiker der Globalisierung auch berechtigte Anliegen vortragen, geht es ihnen nicht nur um die Beseitigung mangelhafter Zustände, sondern oft lediglich um die grundsätzliche Infragestellung der freien Marktwirtschaft und der damit verbundenen Demokratie. In diesem Beitrag geht es darum, den politisch-strategischen Kampf der Globalisierungsgegner gegen Konzerne und Banken transparent zu machen und mögliche Abwehrmassnahmen darzulegen. Eine Analyse von Hans-Ulrich Helfer (*). Quelle: Sicherheitspolitik On Line, Zürich, den 10. Juli 2005.

Hans-Ulrich Helfer, Gründer und Geschäftsführer der Presdok. Berater von transnationalen Konzernen und Persönlichkeiten zu wirtschaftlichen und politischsozialen Sonderfragen. (Presdok Foto).

Hans-Ulrich Helfer, Chefredaktor von Sicherheitspolitik

Bereits in den letzten Siebzigerjahren kämpften alternative Organisationen gegen Schweizer Konzerne und Banken. Bekannte Fälle wie «Nestlé tötet Babys», Galecron (Ciba-Geigy) oder «Kein Geld für Apartheid» haben gezeigt, dass Kritiker fähig sind, einem Unternehmen mit fragwürdigen Rechercheergebnissen und (Des-)Information der Öffentlichkeit grossen Schaden zuzufügen. Durch verschiedene Umstände verstärkt mobilisiert, kämpfen auch heute Kritiker gegen die transna tionalen Konzerne und Banken, um diese in ihren Aktivitäten zu beeinflussen.

  • Die Ideologie der Kritiker

Im revolutionären Kampf gegen die Globalisierung bilden die transnationalen Konzerne und die Banken erstrangige Angriffsziele. In ihrem Kampf benutzen die Kritiker verschiedene Techniken und Taktiken. Sie benutzen alle Mittel, legale wie auch illegale, um ihr Ziel zu erreichen. Entsprechend den Zielsetzungen haben die Kritiker ein umfangreiches Instrumentarium aufgebaut. Insbesondere tarnen sie die Kritik als Bemühen um eine gerechtere Wirtschaftsordnung, als Solidaritätsbewegung mit den Unterdrückten und Armen der Dritten Welt. Es handelt sich fast zu hundert Prozent um eine politisch links stehende Szene, obschon in neuster Zeit auch Rechtsradikale mit gleicher Argumentation auf den Zug aufspringen.

Die Antiglobalisierungsbewegung basiert emotional auf der Betroffenheit und Empörung über das Los der Bevölkerung der unterentwickelten Länder und auf Schuldgefühlen wegen des eigenen hohen Lebensstandards. Daraus entspringt der Wunsch der Kritiker, etwas zur Verbesserung des Schicksals der Menschen der Dritten Welt beizutragen. Bei der Frage, wie dies geschehen könne, wird die komplexe Wirklichkeit der unterentwickelten Länder durch analytische Unfähigkeit, Materialismus und Indoktrination auf «Armut » verkürzt, die einzig oder vorwiegend auf Ausbeutung durch die Industrienationen zurückzuführen sei. Ausbeutung durch die Besitzenden, die Kapitalisten, die transnationalen Konzerne und die Banken.

Hilfe, so wird argumentiert, ist nur möglich, wenn sich das Verhältnis zwischen Industrie- und Entwicklungsländern grundlegend ändert. Mit anderen Worten: im Rahmen einer neuen internationalen sozialen Wirtschaftsordnung. Da die Ausbeuter aber von den kapitalistischen Ländern gedeckt bzw. unterstützt werden, muss der Kampf um eine gerechtere Wirtschaftsordnung auch auf politischer Ebene geführt werden, als Kampf gegen den Kapitalismus, die USA, die Monopole, die transnationalen Konzerne, den IWF, das WEF u.a.. Aber auch als Kampf gegen alle jene Institutionen, welche die Ausbeutung rechtfertigen und absichern, das heisst gegen Militär, Kirche, Justiz und Polizei, Universitäten usw.

An diesem Punkt setzen die Vertreter der Antiglobalisierungsbewegung an. Der Wunsch, etwas zur Verbesserung des Loses der Menschen der Dritten Welt beizutragen, sowie die Aggressionen gegen die «Ausbeuter» werden planmässig in die Propaganda eingeplant. Die dazu wichtigsten Mittel sind die modernen Kommunikationsmittel und die Massenmedien, in deren (hauptsächlich indirekten) Kontrolle in den letzten Jahren wesentliche Fortschritte erzielt worden sind. Mit ihrer Hilfe gelingt es, die komplexe Wirklichkeit auf Schlagworte zu verkürzen und den Helferwillen zu indoktrinieren und dienstbar zu machen.

Die meisten Kritiker der transnationalen Konzerne und Banken finden wir in Organisationen und Gruppen mit «Nicht-Partei-Charakter», den so genannten NGO‘s. Dieses Netzwerk ist gekennzeichnet durch eine geradezu unheimliche Verflechtung und Verfilzung von Hilfswerken, Projektgruppen, entwicklungspolitischen Organisationen und Zusammenschlüssen, Solidaritäts- und Befreiungskomitees, Gewerkschaftsverbindungen, Informationsagenturen usw. Die Szene entbehrt jeglicher Transparenz. Die Verfilzung verdunkelt ideologische Abgrenzungen und verschleiert die Verwendung zahlreicher Gelder, insbesondere auch von Geldern, die primär «neutralen» oder kirchlichen Hilfswerken zufliessen und von diesen an ideologische Organisationen, Personen und Projekte weitergeleitet werden.

Ab den Achtzigerjahren hat sich die entwicklungspolitische Szene in der Schweiz radikalisiert. Unter dem Motto «Entwicklung = Befreiung» wirkten Diskussionen bis in die etablierten Hilfswerke hinein. In den letzten Jahren entstanden zwar in der Schweiz nicht mehr so viele entwicklungspolitische Gruppen wie in den Siebziger- und Achtzigerjahren; dies darf jedoch nicht zur Annahme verführen, dass die Szene stagniere oder kleiner wurde. Im Gegenteil: die Szene hat sich verjüngt und reprivatisiert, das heisst, nicht mehr Gruppen stehen im Vordergrund, sondern einzelne Personen. Im Einzelnen sind die heutigen Gruppen oder Personen in der Schweiz vielleicht nicht so stark wie die entwicklungspolitischen Organisationen im nahen Ausland. Gemeinsam, besonders im Verbund mit den neuen Kommunikationsmittel und Massenmedien, verfügen sie jedoch über erhebliches Potenial. Das breite Spektrum von verschiedenen Gruppen und Komitees ist einer intelligenten Arbeitsteilung unterworfen, die sich in den letzten Jahren mehr und mehr herausgebildet hat. Das heisst im Einzelfall, dass ein Projekt von einer Gruppe oder sogar nur von wenigen Personen in Angriff genommen und realisiert wird, um sodann später, wenn das Projekt angelaufen ist, von anderen interessierten Personenkreisen mitgetragen zu werden.

Ein Charakteristikum der schweizerischen Szene liegt in der vergleichsweise grossen Bedeutung der privaten Hilfswerke sowie in den Formen der Zusammenarbeit zwischen ihnen und dem Bund. Analog der Schwergewichtsverlagerung von Umweltschutz zu Umweltpolitik lässt sich auch in der Entwicklungszusammenarbeit eine Verschiebung von Entwicklungshilfe zu Entwicklungspolitik feststellen. War früher die Tätigkeit an Projekten vor Ort erstrangig, so hat sich das Gewicht zugunsten von Öffentlichkeitsarbeit in der Schweiz verlagert. Öffentlichkeitsarbeit sei umso wichtiger, als sie nicht nur ferne Länder, sondern auch uns Schweizer selber betreffe. Entwicklungshilfe für die Dritte Welt müsse zugleich Entwicklungshilfe für unsere eigene Welt und unser Selbstverständnis sein.

Die Kritiker sind in eine international funktionsfähige Antiglobalisierungsbewegung eingebunden, die sich wiederum in einzelne Themenbewegungen teilen lässt. Die wichtigen Strömungen der Bewegungen und Organisationen sind:

  • Entwicklungspolitische NGO's

Dazu gehören eine Reihe von entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen (NGO's), die hauptsächlich die Welthandelsorganisation, den IWF, die Grossbanken und transnationalen Konzerne kritisieren. Zu nennen sind da beispielsweise Hilfswerke, Erklärung von Bern (EvB), u.a.

  • Gewerkschaften

Zum Netzwerk gehören auch einzelne Gewerkschaften oder verwandte Organisationen, die in Einzelfällen massgeblich die Finanzierung der Aktionen mittragen. Zu nennen wären da CGIL, UNIA, Attac u.a.

  • Umweltbewegungen

Die Umweltbewegungen sehen ganz besonders einen Zusammenhang zwischen den transnationalen Konzernen und einer möglichen Zerstörung der Erde. Hier sind zu erwähnen Greenpeace, PAN, u.a. Eingereiht haben sich auch unzählige Gruppen der internationalen Tierrechtsbewegung mit einem weiten Spektrum von legalen und illegalen Aktionen.

  • Protestbewegungen

Das undurchsichtige Netzwerk der Protestbewegungen werden in der Schweiz hauptsächlich anlässlich des World Economic Forums (WEF) und am Tag der Arbeit, 1. Mai, wahrgenommen. Sie agieren öfters in der Illegalität und schrecken auch nicht vor terroristischen Aktionen zurück. Sie tragen Namen wir Revolutionärer Aufbau, Antifa, Anti-WTO, u.a.

Wichtig ist zu erkennen, dass bei einer Kampagne gegen Konzerne und Banken die Grenzen fliessend sind. Radikale, extremistische und terroristische Kritiker agieren oft abhängig oder unabhängig von einander mit verschiedenen Aktionen. Den Kritikern kommen ganz besonders die neuen Kommunikationsmittel der letzten Jahre entgegen. Damit agieren sie kostengünstig und enorm schnell. Sie nutzen die Netze gekonnt zur Informationsbeschaffung wie auch -verbreitung und Mobilisierung.

  • Inszenierungen

Die Inszenierung eines Kampfes gegen einen Konzern oder eine Bank kann in einzelnen Fällen ganz einfacher Natur sein, wenn lediglich zwei Partien beteiligt sind. Oft sind jedoch mindestens drei oder sogar mehrere grundsätzliche Gruppen mit von der Partie. Nennen wir sie: Regisseur (Kritiker), ahnungsloser Spieler (Bürger / Medien) und Gegner (Konzern / Bank).

Viele Kampagnen werden nämlich wie ein Theaterstück in bestimmter Weise von einem bestimmten Regisseur inszeniert. Er plant, organisiert und fädelt die Kampagnen und Aktionen ein. Der Unterschied liegt oft darin, dass bei der Kampagne der Regisseur seine Rolle streng geheim hält oder nur wenigen Einzelpersonen bekannt gibt.

Eine weitere wichtige Partie hat der (oft ahnungslose) Spieler inne, der in fast allen Fällen das missbrauchte Werkzeug ist, ohne seine wirkliche Rolle festzustellen. Er wird vom Regisseur geschickt in der Inszenierung eingesetzt. Der ahnungslose Spieler ist Handlanger, und nicht selten bekommt er harsche Reaktionen des Gegners zu spüren, der ihn fälschlicherweise für den wirklichen Regisseur hält.

Der Gegner wird vom Regisseur bewusst oder vom ahnungslosen Spieler, inspiriert durch den Regisseur, unbewusst angegriffen. Er ist das eigentliche Ziel und Opfer der Aktion. Solche komplizierte Inszenierungen basieren auf folgenden vier grundsätzlichen Regieplänen:

  • Regieplan A

Beim Typ A manipuliert der Regisseur den ahnungslosen Spieler so, dass dieser, ohne es selbst zu bemerken, aus eigenem Willen die Rolle des Handelnden übernimmt und den Gegner anschuldigt. Der ahnungslose Spieler nimmt dabei auch das Risiko in Kauf, zur Zielscheibe allfälliger Reaktionen des Gegners zu werden. Beispiel für diesen Regieplan sind die vertraulichen Informationszuspielungen eines Verantwortlichen eines Konzerns oder Bank an eine Organisation der Antiglobalisierungsbewegung.

  • Regieplan B

In diesem Plan leitet der Regisseur in einer ersten Phase die Kritik auf den Gegner so ein, dass letzterer glaubt, der ahnungslose Spieler habe ihn kritisiert. Mangels der nötigen Übersicht des Gegners fällt dieser nun über den ahnungslosen Spieler her, der sich berechtigterweise verteidigt und den Gegner beschuldigt, ein mieses Spiel zu treiben. Die Folgen sind gegenseitige Angriffe und Beschuldigungen, bei denen der Regisseur geheim im Hintergrund bleibt und je nach Situation mit weiteren Aktionen und Informationen den Konflikt weiter leitet oder aufbauen kann. Beispiele für diesen Regieplan sind provozierte Eskalationen von Demonstrationen und die folgenden Auseinandersetzungen in der Presse.

  • Regieplan C

Bei diesem Typ kritisiert der Regisseur den Gegner direkt in einer Art und Weise, dass dieser das Ereignis nicht als feindlichen Akt erkennen kann, sondern dass er glaubt, die Beschuldigungen seien auf Fehler und Unterlassungen seinerseits zurückzuführen. In der zweiten Phase greift nun ein ahnungsloser Spieler, provoziert vom Regisseur, die gleiche Thematik auf und beschuldigt den Gegner. In fortgeschrittenem Stadium kann es zwischen dem Regisseur und dem ahnungslosen Spieler zu einer indirekten Zusammenarbeit kommen. In Einzelfällen gehören die als Betriebsunfälle getarnten Sabotageakte zu diesem Typ. Beispiele sind aber auch die vielen Image-Diffamierungs-Kampagnen der Antiglobalisierungsgegner gegen die transnationalen Konzerne und Banken.

  • Regieplan D

Hier kritisiert der Regisseur versteckt den Gegner und den ahnungslosen Spieler gleichzeitig so, dass diese sich fälschlicherweise als Feinde erkennen und aufeinander losgehen. Für den Gegner ist der ahnungslose Spieler, für letzteren der Gegner der wahre Feind. Dieser Regieplan gelangt bei lang andauernden gesellschaftlichen Konflikten zur Anwendung und über die Jahre dauernden Anfeindungen.

  • Ablauf einer Kampagne

Wichtigstes Werkzeug der Kritiker sind die verschiedenen Kommunikations- und Medienformen. Über sie gelangen die Organisationen und Gruppen an die allgemeine Öffentlichkeit. In der Schweiz muss grundsätzlich zwischen zwei hauptsächlichen Informationskanälen im Kampf gegen Konzerne und Banken unterschieden werden:

a) Medien, die direkt im Dienste der Kritiker stehen, also Informationen an den interessierten User (verschiedene Formen des Internet) und zum Teil an die Massenmedien weiterleiten. Es handelt sich dabei um eine Vielzahl von Websites, Newsletter und andere Medien- Formen, die zu einem bescheidenen Preis oder gratis abgegeben werden. Oft handelt es sich um authentische Nachrichten, in Einzelfällen aber auch um Falschinformationen.

b) Medien (meistens die Massenmedien), die sich auf die Nachrichten der erstgenannten abstützen und so diese bei ihrem Tun bewusst oder unbewusst unterstützten. Falschinformationen können dadurch zu grosser Verbreitung gelangen und teilweise fast 'Richtigkeitswert' erlangen.

Die Analyse verschiedener älterer Kampagnen, wie etwas «Nestlé tötet Babys», Galecron (Ciba-Geigy), Früchte aus Südafrika (Migros), Kein Geld für Apartheid (Grossbanken) aber auch neuere Kampagnen Paraquat (Syngenta), Asbest (Schmidheiny), Vivisektion (Serono), Staudammbau (ABB), Fluchtgelder (UBS, CS, Privatbanken) zeigen, dass Kampagnen fast immer nach folgendem Muster ablaufen:

Auslöser einer Kampagne ist oft eine Einzelinformation eines Angestellten von einer Unternehmung. (Greenpeace bestätigte schon vor Jahren, dass sie viele Informationen direkt von Firmenangestellten bekämen. Einige Aktionen konnten nur durchgeführt werden, weil sie Informationen direkt aus der Firma erhalten hätten.)

In der Folge kommt es zu Recherchen und zur Veröffentlichung der Ergebnisse via Websites und Newsletter oder unterstützend auch in Printmedien. In vielen Fällen werden die Recherchen von Organisationen, Parteien, Hilfswerken oder entwicklungspolitischen Organisationen finanziell unterstützt.

In Absprache nehmen weitere verschiedene Gruppen die Thematik auf und verleihen ihr die nötige öffentliche Publizität.

Der Konzern oder die Bank wird mit den Recherchen konfrontiert, und es werden konkrete Forderungen gestellt, die von der Unternehmung aus wirtschaftlichen Gründen oft nicht (sofort) erfüllt werden können.
In weiteren Veröffentlichungen wird darauf aufmerksam gemacht, dass die Unternehmung nicht gewillt sei, die Missstände zu beseitigen. Die KritiIssuesker versuchen Verantwortliche zu interviewen, um diese wenn möglich zu kompromittieren.

Leser entrüsten sich in organisierten Mail-‘Bomben‘ sowie Leserbriefen und fordern weitere Recherchen durch die Kritiker.

Die Kampagne wird von den Organisationen mit 'Nicht-Partei-Charakter' in die politischen Parteien und Parlamente getragen. Unterschriftensammlungen verschiedener Art erhöhen den Druck.

Es folgen die ersten parlamentarischen Anfragen. Der Bundesrat sieht sich genötigt, sich mit der Kritik zu befassen.

Die Arbeit des Parlamentes und der Exekutive wird erneut von den NGO‘s aufgenommen und entsprechend kommentiert und kritisiert.

Unter dem Druck der Öffentlichkeit lenkt die Unternehmensleitung vielfach auf einen Teil der Forderungen der Kritiker ein.

  • Die Verteidigung der Konzerne und Banken

Verantwortliche transnationaler Konzerne und Banken tragen im Rahmen der Firmen-Sicherheitspolitik die Verantwortung, Angriffe jeder Art gegen ihr Unternehmen rechtzeitig zu erkennen, zu analysieren und abzuwehren. Dazu gehören zweifelsohne auch Aktionen der Kritiker im Rahmen des hier beschriebenen Themas. Um einem Angriff der Kritiker erfolgreich begegnen zu können, muss in allen Phasen des 'Problem-Lebenszyklus', welcher fünf Phasen enthält, entsprechend gehandelt werden.

1. Frühwarnung und Trends
In der ersten Phase der 'Frühwarnung und Trends' sind Abklärungen nötig, die zeigen auf welche Veränderungen oder Vorfälle die Kritik zurückzuführen ist. Es ist ein Dossier mit Fakten zu erstellen, insbesondere sind die betroffenen Interessengruppen zu definieren. Es ist eine Abschätzung der möglichen Schäden wie Imageverlust und/oder wirtschaftlicher Schaden vorzunehmen. Beurteilung inwieweit sofortiger Handlungsbedarf oder eben kein Handlungsbedarf ist. Wenn ja, muss unbedingt ein erweitertes «Problem(Issues)-Team» zusammengestellt werden, das eine angebrachte Abwehrkonzeption erstellt. Wenn nein, so ist zumindest ein Frühwarnsystem zu erstellen.

2. Definition und Analyse
In der zweiten Phase der «Definition und Analyse» sind eigentliche Management- Schritte notwendig. Es sind Fragen zu beantworten wie etwa: Was für ein Problemkreis betrifft es? Wer genau wird angegriffen (kritisiert)? Wann sind die ersten Signale erschienen? usw. Danach muss eine umfassende Analyse der Fakten und eine Chronologie erstellt werden. Äusserst wichtig ist eine emotionslose Bewertung der Wichtigkeit der vorgebrachten Kritik. In dieser Phase ist es insbesondere auch wichtig, Profile über die Kritiker und Organisa-tionen sowie Bewegung zu erstellen.

3. Vorbereitung der Abwehr
In die dritte Phase der «Vorbereitung der Abwehr» gehört das Erstellen von verschiedenen Papieren: Grundlagen-Papier, Positions-Papier, Abwehr-Strategie, Firmen-Statements, Marketing-Aktionen. Es ist ein Verantwortlicher zu bestimmen, welcher das Abwehr-Team führt. Kernpunkt ist die Festlegung der Strategie gegenüber den verschiedenen Interessengruppen der Kritiker (Konfrontation? Kooperation? Ignorieren? Verhandeln? andere Taktiken?) Oft kann eine Kontaktaufnahme zu 'Verbündeten' nützlich sein, um ein gemeinsames Vorgehen sicherzustellen.

4. Abwehr
In der vierten Phase der «Abwehr» ist der Aktionsplan stetig zu überprüfen (neue Situation?, Timing?, Sprecher?, usw.). Information sämtlicher betroffenen Personen und Bereiche. Nachführen der verschiedenen Dossiers und Profilen. Regelmässige Orientierung der höchsten Geschäftsleitung und den Stand der Kritik und Abwehr. Beurteilung der Resultate und laufenden Massnahmen gegen die Kritiker. Festhalten der Reaktionen der Kritiker, der Medien und weiteren Interessengruppen.

5. Überwachung
In der fünften Phase der «Überwachung » ist eine kritische Beurteilung von Veränderungen zwingend nötig. Inwieweit verändert sich die Kritiker-Szene? Sind weitere Problemkreise erkennbar? Muss die Strategie angepasst werden? Zeit um eine Dokumentation über die Erfahrungen mit Strategie, Position und Abwehr zu erstellen. Regelmässiges Überprüfen und Durchführen von Phase 1 ist meistens sinnvoll. Sich auf künftige Fälle mit Workshops vorbereiten.

  • Eine 'Neue Internationale'!

Der Kampf gegen Konzerne und Banken durch die Antiglobalisierungsbewegung gründet grundsätzlich in einer antikapitalistischen Systemfeindlichkeit, die von den Kritiker-Gruppen initiiert und vielfach auch von sozialdemokratischen und sozialistischen (kommunistischen) Parteien massgeblich mitgetragen wird. In der Schweiz wickeln sich die Kampagnen ab über ein weit verzweigtes undurchsichtiges Netzwerk von Gruppen und Organisationen der gewerkschaftlichen, kirchlichen, humanitären und so genannten «politisch neutralen» Szene, wobei die verschiedenen Kommunikations- und Medienformen eine äusserst wichtige Rolle spielen. In der aktuellen Form wird der Kampf gegen Konzerne und Banken propagandistisch verpackt in eine Solidaritätsbewegung mit den Armen und Unterdrückten der Dritten Welt, in einen Kampf um eine gerechtere neue internationale Wirtschaftsordnung.

Die Verantwortlichen der Konzerne und Banken tun gut daran, die Kritiker ernst zu nehmen, denn die Antiglobalisierungsbewegung mit all ihren Schattierungen ist gegenwärtig die dynamischste soziale Bewegung, selbst wenn die Argumente der Kritiker nur alter Wein in neuen Schläuchen sein könnten, wie das Beispiel «Nestlé tötet Babys» anschaulich zeigt. Die verschiedenen Kritiker arbeiten nämlich daraufhin, die Unternehmen schwer zu schädigen (Thema Saatgut) oder sogar in den Konkurs zu treiben (Thema Asbest). Im Verbund mit extremistischen (Gruppen der Tierrechtsbewegung) oder terroristischen Organisationen (Schwarzer Block) werden sogar Mitarbeiter und Direktionsmitglieder der Konzerne und Banken sowie deren Hab und Gut gewalttätig angegriffen.

(*) Der Autor : Hans-Ulrich Helfer, geboren 21. April 1951, verheiratet, drei erwachsene Kinder, von 1976 bis 1983 Staatschutzbeamter, 1983 Gründer der Presdok AG, von 1995 bis 2000 FDP-Gemeinderat von Zürich. Heute Geschäftsführer der Presdok AG Zürich, im besonderen Berater von transnationalen Konzernen und Persönlichkeiten zu wirtschaftlichen und politischsozialen Sonderfragen. (Wirtschaftsdokumentationen, Gefährdungsanalysen, Risikostudien, Länderanalysen), Mitglied verschiedener Gremien zur Bekämpfung der Korruption und Kriminalität.

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