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Unbemannter UAV-Demonstrator eröffnet EADS neue Technologie-Perspektiven

Unbemannter UAV-Demonstrator eröffnet EADS neue Technologie-Perspektiven

Nach der Vorstellung des aus EADS-Eigenmitteln finanzierten und von der Military Aircraft-Sparte entwickelten Barracuda-Demonstrators zeigen sich europäische Experten davon überzeugt, dass “das Konsortium aus vier Ländern, das den Euro-Fighter gebaut hat, die industrielle Struktur der Gruppe erfolgreich nutzen könnte, um die Konstruktion unbemannter Drohnen aufzunehmen.“ Der Barracuda scheint ein hochentwickeltes und wesentlich größeres Flugzeug zu sein als die von Dassault in Frankreich oder Saab in Schweden gebauten Modelle. Nach intensiven Tests am Boden und einem ersten 20-minütigen Flug wurde der Barracuda der interessierten Öffentlichkeit erstmals anlässlich des Internationalen Luftfahrtsalons in Berlin-Schönefeld bei der ILA 2006 präsentiert.  Entwickelt wurde er auf der Basis eines EADS-Patents in einem Werk in Augsburg in Bayern. Seine Struktur besteht zur Gänze aus Verbundmaterialien (CFC). (Quelle: European-Security). Quelle: EADS, München, den 11. Mai 2006.

  • Erste Testphase für hochentwickeltes unbemanntes Fluggerät in Spanien abgeschlossen
  • Entscheidender Schritt der EADS zur Erschließung des Zukunftsmarkts für unbemannte Flugzeuge

Im Januar 2006 wurde noch ein Prototyp der geheimen Aufklärungsdrohne "Barracuda" im bayerischen Manching der Führungsspitze der Luftwaffe vorgestellt und soll - so hofft EADS - die alten Aufklärungs-Tornados ersetzen. (EADS © Foto).

Barracuda Erstflug in Spanien (EADS © Foto)

Der EADS-Geschäftsbereich Military Air Systems hat auf einem spanischen Militärflugplatz ein neuartiges Fluggerät für die Entwicklung künftiger einsatzreifer unbemannter Systeme (Unmanned Aerial Vehicles / UAVs) erstmals im Flug erprobt. Der in Fachkreisen unter dem Projektnamen „Barracuda“ bekannte strahlgetriebene Demonstrator flog kürzlich während des rund zwanzigminütigen Fluges vollständig autonom auf einem vorprogrammierten Kurs und wurde von einer Bodenstation aus lediglich überwacht. Mit dem Flug wurde die erste Erprobungsphase, die auch umfangreiche Testreihen am Boden umfasste, erfolgreich abgeschlossen. Nach der Präsentation auf der Internationalen Luft- und Raumfahrt-Ausstellung (ILA) in Berlin werden die die Weiterentwicklung und die Erprobung fortgesetzt.  

Dr. Stefan Zoller Mitglied des EADS Executive Committee und Leiter der Division Verteidigungs- und Sicherheitssysteme auf der ILA Berlin Airshow 2006. Foto © Joël-François Dumont.

Dr. Stefan Zoller, Leiter der Division Verteidigungs- und Sicherheitssysteme des EADS

„Mit dem Erstflug unseres Technologie-Demonstrators für unbemannte militärische Hochleistungssysteme haben wir das Tor in einen der erfolgversprechendsten weltweiten Zukunftsmärkte unserer Branche weit aufgestoßen“, sagte Dr. Stefan Zoller, bei EADS für Verteidigungs- und Sicherheitssysteme zuständiges Vorstandsmitglied. „Damit verfügen wir nun über eine weitere, leistungsfähigere Erprobungsplattform zur weiteren Entwicklung unserer technologischen Kernfähigkeiten auf diesem wichtigen Gebiet“, so Zoller weiter.

Barracuda Erstflug in Spanien (EADS © Foto).

Barracuda Erstflug in Spanien (EADS © Foto)

Johann Heitzmann, im EADS-Verteidigungsbereich Leiter von Military Air Systems, betonte: „Wir haben mit der bisherigen Erprobung den Nachweis erbracht, einen Versuchsträger für künftige agile, autonome und netzwerkfähige unbemannte Einsatz-Systeme eigenständig entwickeln und testen zu können. Dies bringt uns unserem Ziel näher, signifikante Anteile am UAV-Markt erringen zu können, der in Zukunft an Bedeutung und Umsatzpotenzial deutlich zunehmen wird.“ Heitzmann weiter: „Das bislang von Military Air Systems in Deutschland und Spanien in rund drei Jahren konzipierte und zur Testreife gebrachte Versuchsgerät steht entsprechend unseren Vorstellungen allen an der Entwicklung und Produktion von UAVs für militärische und andere staatliche Aufgaben interessierten Partnern in Europa zur Verfügung.“   

Barracuda Erstflug in Spanien (EADS © Foto).

Barracuda Erstflug in Spanien (EADS © Foto)

Der Technologie-Demonstrator ist überwiegend aus Eigenmitteln der EADS und Beiträgen der beteiligten Zulieferfirmen finanziert und an den EADS-Standorten Augsburg, Manching und Getafe/Spanien gefertigt worden. Zoller und Heitzmann nutzten den Abschluss der ersten Testphase, dem Projektteam um Dr. Peter Hunkel den Dank der EADS für einen „technologischen Durchbruch“ auszusprechen.

  • UAV-Zukunftstechnologien schon heute startklar gemacht

Dr. Rolf Wirtz, der als Leiter des Bereichs Operations bei EADS Military Air Systems das Design und die Entwicklung des UAV-Demonstrators verantwortet, gab nach der jetzt beendeten Testreihe erste technische Details des EADS-Technologieträgers bekannt: „Das Experimentalgerät hat bei einer Länge von über acht Metern eine Spannweite von mehr als sieben Metern und ein maximales Abfluggewicht von gut drei Tonnen. Der von einer Pratt & Whitney Canada-Strahlturbine mit 14 Kilo-Newton Schubleistung angetriebene und autonom operierende Versuchsträger wurde während des Erstflugs von einer Bodenstation am Flugplatz San Javier lediglich hinsichtlich seiner Flugsicherheit überwacht.“

Maßstäbliches Barracuda Modell von EADS Halle 8 ausgestellt. Foto © Joël-François Dumont.

Maßstäbliches Barracuda Modell von EADS ausgestellt. Foto © Joël-François Dumont

Der Experimentalträger verfüge über eine Fülle von technologischen Finessen, auch wenn im Bereich der Basissysteme auf möglichst viele marktverfügbare Komponenten zurückgegriffen worden sei. „Die Struktur des unbemannten Fluggeräts besteht vollständig aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff (CFK) und wurde am Standort Augsburg auf der Basis eines neuen EADS-Patents gefertigt. Die ebenfalls aus dem Werkstoff CFK bestehenden Tragflächen stammen aus dem EADS-Werk Getafe bei Madrid. Mit Ausnahme des Fahrwerks handelt es sich hier um ein ‚elektrisches Fluggerät’, das also im Gegensatz zu herkommlichen Flugzeugen ohne Hydraulik-Komponenten auskommt und statt dessen über elektromechanische Stellantriebe verfügt,“ so Wirtz.

Originaler UAV-Erprobungsträger auf dem BWB-Stand. (EADS © Foto).

Originaler UAV-Erprobungsträger auf dem BWB-Stand. (EADS © Foto)

Bei unbemannten Systemen sind ausfallsichere und störfeste Datenübertragung zwischen dem Fluggerät und der Bodenstation sowie eine zuverlässige Flugsteuerung und -regelung entscheidend. Dieser Forderung wurde unter anderem durch die Entwicklung und Integration einer Triplex-Flugsteuerungs- und Navigationsanlage Rechnung getragen. Als Technologie-Plattform ist der Demonstrator anwenderfreundlich ausgelegt, um unterschiedlichste Nutzlasten erproben zu können. Hierzu wurde das Avionik-System als offene und modulare Struktur entwickelt, was die Einbindung einer Vielzahl von Sensoren in das Trägersystem erleichtert. Zu diesen zählen nach derzeitiger Planung elektro-optische und Infrarot-Sensoren, Laser-Zielmarkierer, Detektoren für radiomagnetische Strahler (Emitter Locator System / ELS) und fortschrittliche Synthetic Aperture Radare/SAR, die nach dem Multi-Sensor-Prinzip in der Nutzlastbucht untergebracht werden. Überdies besteht aber auch die Möglichkeit, den Erprobungsträger für Bewaffnungstests auszurüsten.

Originaler UAV-Erprobungsträger auf dem BWB-Stand. (EADS © Foto).

Originaler UAV-Erprobungsträger auf dem BWB-Stand. (EADS © Foto)

Auch wenn es sich beim UAV-Experimentalträger nicht um ein seriennahes Produkt handelt, kann die EADS – allein oder gemeinsam mit europäischen Partnern – hier wesentliche Erkenntnisse für anwendungsreife UAV-Produkte der nächsten Generation sammeln. EADS Military Air Systems wird mit dem Demonstrator praktische Erfahrungen auf dem Gebiet der Interoperabilität unbemannter Systeme innerhalb der „Vernetzten Operationsführung“ nach neuesten NATO-Kriterien und beim autonomen Betrieb im Verbund mit anderen Mitteln und Systemen der Luftkriegsführung gewinnen. Auch für die Zulassung von UAVs im kontrollierten Luftraum sowie für die Schaffung „intelligenter UAVs“, die beispielsweise autonom von der Überwachung eines vorgegebenen Gebiets in eine Aufklärungsrolle wechseln können, wird der Demonstrator Pionierarbeit leisten und somit Entscheidungshilfen für die militärischen Kunden liefern. Der Experimentalträger wird somit dazu beitragen, dass sich die europäische Luft- und Raumfahrtindustrie auch bei diesen wichtigen Zukunfts-Technologien als ‚Global Player’ behaupten kann.

Originaler UAV-Erprobungsträger befindet sich auf der ILA Berlin in Halle 3 auf dem BWB-Stand. (ILA © Foto).

Originaler UAV-Erprobungsträger auf dem BWB-Stand. (ILA © Foto).

Military Air Systems (MAS), das Kompetenzzentrum für alle bemannten und unbemannten fliegenden Waffensysteme innerhalb der EADS, ist ein integrierter Geschäftsbereich der EADS Defence & Security Systems Division (DS).

Mit einem Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro im Jahr 2005 und etwa 23.000 Mitarbeitern in neun Ländern bündelt DS die wesentlichen Verteidigungs- und Sicherheitsaktivitäten der EADS. DS ist ein führender Anbieter integrierter Systemlösungen (Large Systems Integration – LSI) für die neuen Herausforderungen der Streit- und Sicherheitskräfte. DS ist aktiv in integrierten, fliegenden Kampf- und Missionssystemen (bemannt und unbemannt) und dazugehörigen Trainingssystemen. Zusätzlich gehören Lenkflugkörpersysteme und Gefechtsführungssysteme für alle Teilstreitkräfte, globale Sicherheitslösungen, sichere Kommunikations-lösungen, Verteidigungselektronik, Sensorik und Avionik sowie die dazugehörigen Dienstleistungen zum Portfolio.

Die EADS ist ein weltweit führendes Unternehmen der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und in den dazugehörigen Dienstleistungen, mit einem Umsatz von 34,2 Milliarden Euro im Jahr 2005 und über 113.000 Mitarbeitern.

Kontakt

  • Wolfram Wolff -- EADS Military Air Systems -- Tel.: +49 (0) 89 607 25711

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